Temporäres Stadtteilbüro für „Campagne Reichenau“

Abgeschlossener Studierendenwettbewerb stellt Weichen für Stadtteilarbeit

(11.04.2018) Gezielte Stadtteilarbeit hat in der Landeshauptstadt einen hohen Stellenwert. Nachdem bereits in Wilten ein Stadtteilzentrum gut angenommen wird, setzt die Stadt Innsbruck auch in der Reichenau auf Gemeinwesenarbeit. Mit einem Studierendenwettbewerb fiel der Startschuss für ein temporäres Stadtteilbüro am Areal „Campagne Reichenau“.  

Innovative Projekte eingereicht
„Zum ersten Mal beginnen wir mit der gezielten Stadtteilarbeit bereits vor der Besiedelung des Gebiets. Eine weitere Besonderheit an dem Projekt ist, dass die institutionalisierte Stadtteilarbeit über die Neubebauung hinausgeht und die gesamte Reichenau einbezieht“, erklärte Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer bei der Verkündung des Wettbewerbssiegers. 18 Projekte wurden von Teams der „Entwerfen“-Lehrveranstaltung an der Universität Innsbruck eingereicht. Für den Wettbewerb kooperierte die Stadt Innsbruck mit dem „Studio 3“ der Architekturfakultät, der Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG) und der Neuen Heimat Tirol (NHT). Betreut wurden die Studierenden von den ProjektleiterInnen DI Verena Rauch und DI Walter Prenner. „Beide Seiten profitieren von der Zusammenarbeit: Die Landeshauptstadt bekommt ein innovatives temporäres Stadtteilbüro. Die Studierenden lernen das Wettbewerbswesen besser kennen. Sie werden an den Prozess großer Ausschreibungen herangeführt“, hob Stadtrat Mag. Fritz die Vorteile hervor. Trotz des temporären Charakters, der in der Ausschreibung klar gefordert wird, gibt es den gleich qualitativ hochwertigen Anspruch an die Auswahl der Projekte und die Wahl der Jurymitglieder wie bei jedem Wettbewerb.  

Ausstellung der Modelle
Gestern konnte die zehnköpfige Jury mit vier BeraterInnen das Siegerprojekt küren. Das Team Niklas Nalbach, Lukas Kochendörfer, Ferdinand Rubach und Evagelos Palaskas überzeugte durch seine Ideen für das Stadtteilbüro. Die Sieger des Wettbewerbs erhalten 1.000 Euro, zudem gibt es fünf Anerkennungspreise in Höhe von jeweils 500 Euro. Das temporäre Projekt wird an der Ecke Radetzkystraße/Hegnerstraße situiert, an der Stelle des ehemaligen Klubhauses des Tennisvereins IT, der in seine neuen Anlagen in der Wiesengasse 20 übersiedelt. Der Bau, bei dem auch die Studierenden selbst mitarbeiten werden, soll noch vor den Sommerferien fertiggestellt werden. Interessierte BürgerInnen können sich vorab im Klubhaus ab morgen Donnerstag, 12. April, bis Samstag, 14. April, die Pläne und Modelle aller eingereichten Projekte ansehen. Geöffnet ist die Ausstellung jeweils von 16:00 bis 19:00 Uhr.  

Vorübergehende Lösung
Nach Fertigstellung des ersten Baufelds am Areal „Campagne Reichenau“ wird das Stadtteilbüro in seinen fixen Standort übersiedelt. Bis dahin wird die temporäre Einrichtung an der Ecke Hegnerstraße/ Radetzkystraße zur Verfügung stehen. „Dieser Bereich ist nicht von der Baustelle betroffen und kann somit für das Stadtteilzentrum befristet zur Verfügung gestellt werden. Durch die Zusammenarbeit mit der Universität und dem vorübergehenden Bestand des Bauwerks werden die Kosten in einem vertretbaren Rahmen gehalten“, erläuterten die Geschäftsführer Dr. Franz Danler (IIG) und DI Mag. Markus Pollo (NHT). Der Baubeginn für das Areal „Campagne Reichenau“ ist im Frühjahr 2019 geplant. Eine Übersiedelung des temporären Stadtteilzentrums wird voraussichtlich bei der Übergabe in der zweiten Jahreshälfte 2021 erfolgen.  

Stadtteilkoordinator ab Juli
Der Ansatz der Gemeinwesenorientierung und die Erhaltung/Schaffung eines friedlichen Miteinanders stehen bei der Stadtteilarbeit im Vordergrund. Innsbruck nimmt mit diesem Sozialraum-Ansatz österreichweit eine Vorreiterrolle ein. In Wilten leitet Mag.a Florence Fritz von den Innsbrucker Sozialen Diensten (ISD) seit 2017 ein Stadtteilzentrum im Sinne der Gemeinwesenarbeit. Die Aufgabe des Stadtteilkoordinators in der Reichenau übernimmt ab Juli Mag. Paul Klumpner. Ziel ist es, eine Informationsdrehscheibe zu sein und erste Aktivitäten zur Vernetzung im Stadtteil zu setzen. Im Stadtteilbüro sollen neben seiner Nutzung als Stützpunkt für die Gemeinwesenarbeit immer wieder Informationsveranstaltungen für die Reichenauer Bevölkerung über die Entwicklungsschritte des gesamten Campagne-Projektes stattfinden.

(IKM/11.04.2018)

Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (5. v. l.) und Stadtrat Gerhard Fritz (4. v. r.) gratulierten mit den Jurymitgliedern, Martin Franzmair (IIG), Vorsitzende Kathrin Aste (LAAC), Daniel Fügenschuh (Architektenkammer) , Amtsvorstand Markus Warger (Soziales) und Geschäftsführer Markus Pollo (NHT; v. l.) den Siegern – Niklas Nalbach (2. v. l.), Evagelos Palaskas (6. v. r.) Ferdinand Rubach (5. v. r.) und Lukas Kochendörfer (r.). Foto: © IKM/Hofer