Thermische Sanierung denkmalgeschützter Gebäude

(18.10.2010) EU-Forschungsprojekt startet in Innsbruck Am 1. Oktober 2010 startete das Forschungsprojekt 3ENCULT, vom 19. bis 21. Oktober wird das erste Projekttreffen in Innsbruck in Innsbruck stattfinden. Insgesamt 22 Partner aus verschiedenen europäischen Ländern entwickeln dabei Lösungen, wie die Energieeffizienz in historischen Gebäuden gesteigert werden kann. An europaweit acht Fallstudien wird das Projekt konkret umgesetzt – in Innsbruck ist das die Sanierung der Hauptschule Hötting. „Die Vereinbarkeit von Denkmalpflege und thermischer Gebäudesanierung ist ein Zukunftsthema, dass hier federführend von der Stadt Innsbruck betrieben wird. Wir erwarten uns nachhaltige Erkenntnisse“, so Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer im Rahmen eines Pressegesprächs am 18. Oktober.

EU-Forschungsprojekt zur thermischen Sanierung denkmalgeschützter Gebäude startet in Innsbruck

 

(RMS) Am 1. Oktober 2010 startete das Forschungsprojekt 3ENCULT, vom 19. bis 21. Oktober wird das erste Projekttreffen in Innsbruck in Innsbruck stattfinden. Insgesamt 22 Partner aus verschiedenen europäischen Ländern entwickeln dabei Lösungen, wie die Energieeffizienz in historischen Gebäuden gesteigert werden kann. An europaweit acht Fallstudien wird das Projekt konkret umgesetzt – in Innsbruck ist das die Sanierung der Hauptschule Hötting. „Die Vereinbarkeit von Denkmalpflege und thermischer Gebäudesanierung ist ein Zukunftsthema, dass hier federführend von der Stadt Innsbruck betrieben wird. Wir erwarten uns nachhaltige Erkenntnisse“, so Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer im Rahmen eines Pressegesprächs am 18. Oktober.

 

„Beim Forschungsprojekt 3ENCULT unter dem 7. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union, koordiniert von der Europäischen Akademie Bozen (EURAC), betrachtet das interdisziplinäre Team nicht nur die klimatechnischen Aspekte und den Wohn- bzw. Nutzungskomfort, sondern vor allem auch die des Denkmalschutzes“, so Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Feist vom Institut für Konstruktion und Materialwissenschaften, Abteilung energieeffizientes Bauen. Neben den Partnern für die Forschung und Entwicklung sind auch Gebäudeeigentümer und die lokalen Denkmalschutzämter einbezogen.

 

Innsbruck ist im Bereich Passivhausbau federführend (so wird am 27. und 28. Mai 2011 auch die 15. Internationale Passivhaustagung in der Tiroler Landeshauptstadt stattfinden). Das Know-how soll im Rahmen des Forschungsprojekts 3ENCULT im Bereich der historischen Bausubstanz umgesetzt werden. Jedoch: „Innsbruck muss in der Individualität seiner historischen Gebäude erkennbar bleiben“, stellt die Bürgermeisterin klar. „Es geht um die Balance zwischen dem Erhalt des historischen Erbes und der notwendigen Energieeffizienz“, so HR Dr. Werner Jud vom Bundesdenkmalamt. Man erwarte sich vom Forschungsprojekt neue Lösungen, die den Gebäuden und den Nutzern gerecht werden. Diese Lösungen sollen die Energieeffizienz und die Gesundheit der BewohnerInnen bei gleichzeitigem Erhalt der historischen Bausubstanz beinhalten, erläuterte Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Feist.

 

Projekt Hauptschule Hötting

In Innsbruck setzt sich das Team aus den Forscherinnen und Forschern der Universität Innsbruck (LFU/Arbeitsbereich „Energieeffizientes Bauen"), dem „Bartenbach Lichtlabor" (BLL), der Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG) und dem Landeskonservatorat für Tirol des Bundesdenkmalamtes (BDA) zusammen.

 

Gemeinsames Ziel ist – unter den genannten Zielsetzungen – die vorbildliche Sanierung des 1929 bis 1931errichteten Höttinger Hauptschulgebäudes von Architekt Franz Baumann am Fürstenweg. Dort werden, wie IIG-Geschäftsführer Franz Danler erläuterte, derzeit 150 Kilowattstunden pro Quadratmeter pro Jahr verheizt, nach der thermischen Sanierung sollen es idealerweise 35 Kilowattstunden sein. Das bedeute eine Heizkostenreduktion von 55.000 Euro auf 15.000 Euro pro Jahr.

 

„Zwölf der 29 von der IIG verwalteten Volks- und Hauptschulen stehen unter Denkmalschutz“, führte IIG-Geschäftsführer Franz Danler weiter aus. Dazu komme eine große Zahl weiterer von der IIG verwalteter, denkmalgeschützter (Wohn-)Gebäude. Er hoffe, dass die Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt künftig auch an anderen Gebäuden umgesetzt werden kann.

 

„Die Stadt Innsbruck möchte mit der Projektteilnahme auch Vorbild für private und gewerbliche Hausherren sein“, so Bürgermeisterin Mag.a Oppitz-Plörer, die das Projekt als ein weiteres wichtiges Zahnrad im Getriebe des Klimaschutzes sieht. Es bedürfe schließlich vieler kleiner Maßnahmen, um die Energieeffizienz voranzutreiben und das Klima weltweit zu verbessern.

 

Insgesamt acht Fallstudien werden im Rahmen des Forschungsprojekts europaweit durchgeführt. Neben der HS Hötting handelt es sich um Gebäude in Bozen, Bologna, Kopenhagen, Potsdam, Beja (Spanien) und Appenzell.

 

Erstes Projekttreffen in Innsbruck

Das Projekt ist auf dreieinhalb Jahre ausgelegt, alle sechs Monate wird es europaweite Treffen geben. „Das erste Projekttreffen dieses internationalen und interdisziplinären Forschungsprojektes wird zwischen dem 19. und 21. Oktober 2010 in Innsbruck stattfinden“, kündigte Projektkoordinatorin Alexandra Troi von der EURAC Bozen an.

 

Erwartet werden bis zu 50 TeilnehmerInnen aus elf EU-Ländern. Neben der inhaltlichen und organisatorischen Arbeit zum Projektstart wird es eine Exkursion zur Höttinger Hauptschule sowie Demonstrationsvorhaben im Raum Innsbruck geben.

 

Öffentlich zugängliche Vorträge

Der Öffentliche Teil beginnt am Donnerstag (21. Oktober) ab 15 Uhr im großen Hörsaal der Baufakultät. Bis ca. 18 Uhr werden Vorträge über das Projekt, über die Bedeutung der Denkmalpflege und der energieeffizienten Sanierung, die Maßnahmen und Methoden etc. referiert, Interessierte sind hierzu herzlich eingeladen.

Dr. Jud, Troi, BGMin Mag. Oppitz-Plörer, Univ.-Prof. Dr. Feist, Dr. Danler