Berufsmesse bringt Asylberechtigte und Firmen zusammen

Vierte Auflage von „chancen:reich“ im Innsbrucker Rathaus  

(05.03.2020) Die Berufsmesse „chancen:reich“ bringt gezielt Tiroler Unternehmen und Asylberechtigte zusammen. Heute hat im Innsbrucker Rathaus die vierte Auflage der gemeinsamen Veranstaltung von Stadt Innsbruck, dem Land Tirol, der Wirtschaftskammer (WK), dem Arbeitsmarktservice Tirol (AMS) und dem Personal-Vermittlungsunternehmen „itworks“ stattgefunden. Zehn Unternehmen konnten dafür gewonnen werden, 50 interessierte Asylberechtigte haben sich im Vorfeld dafür angemeldet. Neben den Innsbrucker Verkehrsbetrieben (IVB), der Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG), und den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), waren auch McDonalds, MedEl, Billa, Freudenthaler, Primark, Bodner Bau und die Reinigung Jäger auf der „chancen:reich“ vertreten.  

„Die Berufsmesse eröffnet wechselseitig Chancen für die beteiligten Unternehmen und die arbeitssuchenden Asylberechtigten. Neben Sprachkenntnissen ist Arbeit ein entscheidender Faktor, um sich zugehörig fühlen zu können. Die Stadt leistet hier einen wichtigen Beitrag“, freut sich Integrationsstadträtin Mag.a Elisabeth Mayr über die bereits vierte Auflage der Berufsmesse.  

Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist vorhanden. Asylberechtigte dürfen und möchten gerne arbeiten. Aber: „Der Zugang zum Arbeitsmarkt ist für Asylberechtigte, obwohl sie die formalen Voraussetzungen erfüllen, oft nur erschwert möglich. Es gibt Barrieren wie mangelhafte Sprachkenntnisse, Probleme bei der Anerkennung von Bildungsabschlüssen, aber auch Vorbehalte auf Seite der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber“, betont AMS-Tirol Geschäftsführer Anton Kern.  

„In Tirol gehen wir den Weg der ,Integration von Anfang an‘ – wir unterstützen daher auch Integrationsmaßnahmen während des Asylverfahrens. Die Berufsmesse ‚chanchen:reich‘ ist eine hervorragende Plattform, die Tiroler Unternehmen mit geflüchteten Menschen zusammenbringt. Gleichzeitig stellt sie eine gute Ergänzung zu den bestehenden Angeboten der Berufsorientierung und Stellenvermittlung dar“, ist Integrationslandesrätin DIin Gabriele Fischer überzeugt.  

Auch die Wirtschaft ist von der Idee von „chancen:reich“ begeistert.
„Arbeitsplätze für Asylberechtigte in unserer Gesellschaft lohnen sich mehrfach. Die Menschen können sich schneller integrieren, eine neue Heimat finden und aus eigener Kraft eine neue Existenz aufbauen“, betont WK-Vizepräsident Martin Felder und führt weiter aus: „Besonders jungen Menschen muss man die Chance auf Ausbildung geben. Das wirkt Radikalisierung und negativen Effekten entgegen. In meinem eigenen Betrieb haben wir mit Asylberechtigten bisher nur positive Erfahrungen gemacht.“

(IKM/05.03.2020)

Auch am Stand der IIG, die heuer zum ersten Mal mit dabei war, wurden Asylberechtigte informiert. Über das rege Interesse freuten sich (v.l.) Hannes Riedl („itworks"), Hannes Gstir (Leitung Bereich Integration, Land Tirol), Stadträtin Elisabeth Mayr und Anton Kern (Geschäftsführung AMS-Tirol).