08.10.2020

Markthalle: Kulinarisches Erlebnis im Zentrum der Stadt

Markthalle: Kulinarisches Erlebnis im Zentrum der Stadt
Bürgermeister Georg Willi (r.), IIG- und Markthallen-Geschäftsführer Franz Danler (l.), Markthallenleiterin Edith Ettlmayr (2. v. l.) gemeinsam mit den SpartenvertreterInnen der Markthalle (v. l.) Dietmar Pfister (Sparte Gastronomie), Eugen Fleischmann (Sparte GärtnerInnen und FloristInnen), Waltraud Feistmantl (Sparte BäuerInnen und ProduzentInnen) und Stefan Kranebitter (Sparte Handel). Foto: M. Freinhofer

Traditionsreiches Marktleben begeistert mit vielfältigem Angebot
Die Markthalle Innsbruck: Ein Genussort mit regionalen und internationalen Köstlichkeiten und Treffpunkt im Herzen der Stadt, für die Bevölkerung und Gäste gleichermaßen. Die Markthalle in der Tiroler Landeshauptstadt blickt auf eine bewegte Geschichte zurück.

Vor einem Jahr hat Edith Ettlmayr die Aufgabe als neue Markthallenleiterin angetreten. Die studierte Gastrosophie-Wissenschaftlerin kam mit dem Ziel, neben Altbewährtem auch neue Impulse zu setzen und die Position der Markthalle zu stärken. Um den UnternehmerInnen der Markthalle eine gewisse Planungssicherheit zu gewähren, wurde vom Innsbrucker Stadtsenat eine Betriebsgarantie bis zum 31. Dezember 2024 zugesagt.

Herausfordernde Zeiten
Bereits im März dieses Jahres stellte der Ausbruch der Covid-19-Pandemie sowohl die neue Markthallenleitung als auch die MarktstandbetreiberInnen vor große Herausforderungen. Als eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Stadt Innsbruck konnte die Markthalle unter Einhaltung der Corona-Sicherheitsmaßnahmen den Betrieb aufrechterhalten. Vor allem für ältere Menschen in Innsbruck war die Öffnung der Markthalle essenziell. Zusätzlich wurde während der Corona-Krise eine kontaktlose Bestell,- Liefer- und Abholmöglichkeit von Nahrungsmitteln angeboten, um die Grundversorgung sicherzustellen.

„Die Markthalle als zentrale Lebensmittelnahversorgerin der Stadt hat sich für Einheimische wie Gäste in den vergangenen sechs Jahrzehnten zu einem wichtigen Treffpunkt des Genusses und der Begegnung etabliert. Die Corona-Krise forderte natürlich auch die Mieterinnen und Mieter der Marktstände“, betont Bürgermeister und Eigentümervertreter Georg Willi. Im Vordergrund stehe aber auch in Zeiten der Krise, das facettenreiche Angebot der Markthalle zu gewährleisten.

Neue Berührungspunkte
In den ersten Monaten unter der neuen Marktleitung konnten bereits neue Weichen für die Zukunft gestellt werden. So wurden etwa für die bessere Zusammenarbeit zwischen der Markthalle und den UnternehmerInnen die Sparten Handel, Gastronomie, GärtnerInnen/FloristInnen, Obst- und GemüsehändlerInnen sowie BäuerInnen und ProduzentInnen gebildet. In jeder Sparte wurde jeweils ein/e VertreterIn und StellvertreterIn gewählt.

„Aufgrund der vielfältigen Unternehmensstruktur ist es wichtig, mit jeder Unternehmerin und jedem Unternehmer in engem Austausch zu stehen“, erklärt Markthallenleiterin Edith Ettlmayr in diesem Zusammenhang. Was die KundInnen anbelangt, liegen die Vorzüge der Markthalle für sie auf der Hand: „Der direkte Kontakt mit Produzentinnen und Produzenten und das heute so wichtige Thema Nachhaltigkeit sind eindeutige Stärken der Markthalle.“

Weitere Maßnahmen
In Übereinstimmung mit den SpartensprecherInnen wurde die neue Werbelinie in einem Ausschreibungsverfahren ausgewählt. Als Sieger ging die Agentur Handle Creativ hervor. Die frische Linie spiegelt die Vielfalt der Markthalle wider. Als Hauptzielgruppe wurde die lokale Bevölkerung festgelegt. Zudem konnten auch neue MieterInnen gewonnen werden.

Die Markthalle als Immobilie der Innsbrucker Immobilien Gesellschaft (IIG) von dieser betrieben und verwaltet. „Neben der Realisierung der Neugestaltung des Eingangsbereiches ist es im Westen der Halle nunmehr gelungen, eine ehemalige private Parkfläche in öffentliche Parkplätze umzuwandeln, womit nun 15 zusätzliche Parkplätze für Kundinnen und Kunden der Markthalle zur Verfügung stehen. Für das kommende Jahr ist angedacht, weitere Investitionsmaßnahmen in die Markthalle zu prüfen, wie unter anderem die Erneuerung der Terrasse am Herzog-Siegmund-Ufer“, erläutert IIG- und Markthallen-Geschäftsführer Dr. Franz Danler.

Von damals bis heute
Bereits 1460 wurde ein städtischer Wochenmarkt in Innsbruck urkundlich erwähnt und fand anfangs an jedem Montag am so genannten „Gemeinen Platz“, der Straßenkreuzung vor dem „Goldenen Dachl“, statt. Ab 1587 wurde der „Rennplatz“ vor der Hofburg zum Marktplatz. 1679 wurde der Wochenmarkt aus der Altstadt an den aufgrund seiner Breite dafür besser geeigneten Innrain verlegt. Laut einer neuen Marktordnung aus dem Jahr 1791 wurde er an Dienstagen und Samstagen abgehalten, und auf das Gebiet des Innrains und Ursulinengrabens, des sich daraus entwickelnden Marktgrabens, festgelegt. Ab 1880 durfte dieser Wochenmarkt täglich ausgerichtet werden und wurde für Gemüse und Obst auf den vordersten Teil des Innrains festgelegt, wo schließlich die heutige „Alte Markthalle“ entstand.

Die ältere Westhalle (Alte Markthalle) wurde in den Jahren 1913/1914 nach Plänen des Innsbrucker Stadtplaners Fritz Konzert als rechteckige, Nord-Süd-ausgerichtete Großmarkthalle am Herzog-Siegmund-Ufer errichtet. Ende der 1950er-Jahre wurde nach den Plänen des Innsbrucker Architekten Willi Stigler an der Ostseite der ursprünglichen Markthalle die sogenannte „Neue Markthalle“ errichtet. Diese wurde am 3. Oktober 1960 eröffnet und stellt eine Erweiterung der bereits bestehenden Großmarkthalle dar. Seit 1. Jänner 2012 befindet sich die Markthalle sowie die dazugehörige Betreibergesellschaft im Alleineigentum der Stadt Innsbruck

(IKM/08.10.2020)

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